Gletscher

PIZ KESCH 2005

Gletscher und mehr .....

Hoch-Touren mit der Ski + Wanderabteilung des Turnvereins Neuenburg am Rhein

Bergün – Keschhütte, Schweiz, Zeit: August 2005

Anfahrt über Zürich - Chur - Tiefencastel - Bergün - Chants

Der Wetterbericht versprach nichts Gutes, im Norden Regen und im Süden schön. Wir waren jedoch unschlüssig, weil der Piz Kesch im Engadin in der Albula Gruppe liegt und dort kann das Wetter sowohl für die Alpen-Nordseite, als auch für die Alpensüdseite gelten. Nun, wir waren 10 Personen und fuhren auf jeden Fall los, es war der 6. August 2005. Bis zum Parkplatz (1.820 m) kurz vor den Häusern von Chants goss es in Strömen. Das konnte ja lustig werden! Kurz hinter Bergün muss man aufpassen, dass man die Parkplatz-Zahlstelle erwischt, sonst darf man nochmals den ganzen Weg zurück fahren.

so sah der Piz Kesch 2005 ausKurz nach dem Abmarsch von den PKWs kam jedoch die Sonne heraus und so stapften wir fröhlich die 800 Hm zur neuen Keschhütte (2.625 m) hinauf. Da nun erst 14 Uhr war, machten wir noch einen Spaziergang bis zum Gletscher, der sich jedoch extrem weit zurückgezogen hat. Wir benötigten 45 Minuten. Auf dem Weg konnten wir die ständig wechselnden Panoramen des Piz Kesch (3.417m) bewundern. Zurück auf der Hütte verbrachten wir einen ziemlich lustigen Abend. Das Essen war gut und die Hütte (und somit die Betten) neu, was will man mehr.....

Keschhütte

Am Morgen war die Hütte in dichten Nebel gehüllt und wir hofften, dass er sich bald auflösen wird. Um halb acht zogen wir los. Zuerst über die Schutthalden auf gut ausgetretenem Steig zum Gletscher und die ersten 15 Min. auf dem Gletscher ohne Steigeisen und Seil, da er dort ziemlich flach ist. Bei den ersten Spalten zogen wir dann die Steigeisen an und seilten uns an. Wir hatten fünf Gletscherneulinge dabei, die wir schön in die Seilschaften integrierten. Immer ein Erfahrener und ein Neuling lösten sich ab. Die Spalten waren offen und etwa 1 bis 2 m breit, so dass es Spaß machte, darüber zu springen. Manchmal riss der immer noch dichte Nebel ein wenig auf und man sah wenigstens ansatzweise, wo es hingehen sollte. Wir holten schön links herum bis zur Porta EsCha aus und versuchten dann den Einstieg in die Felsen des Piz Kesch zu finden. Kaum waren wir am Felsen, zog es noch mehr zu und zu allem Überfluss fing es an zu schneien. Bis wir die Eisen gelöst und das Klettergerödel gerichtet hatten kam noch ein starker Sturm hinzu. Die ganze Mannschaft kraxelte über die Felsblockhalde und so kamen wir allmählich in den Steilfelsbereich. Dort versuchten wir mehrere Aufstiegsmöglichkeiten, doch der Schneesturm wurde stärker, die Felsen vereisten immer mehr und etwa 100 Hm unter dem Gipfel blieb uns nichts anderes übrig als den Umkehrbefehl zu geben. Nun konnten wir die mitgeführten Abseilachter in Betrieb nehmen. In wenigen Minuten waren wir wieder auf dem Gletscher, der sich nun so langsam aber sicher mit einer dünnen Schneeschicht überzog. Die Spalten waren kaum noch zu sehen. Beim Abstieg blieb es somit nicht aus, dass manche der Kollegen plötzlich mit einem geschafftBein bis zum Anschlag in der Spalte verschwanden. Das verursachte zwar einen Riesenschreck, doch die Kameraden passten gut auf und hielten das Seil diszipliniert schön straff, so dass niemand zu Schaden kam. Der Schneesturm wurde stärker, man sah immer weniger und am Ende des Gletschers waren doch einige froh, dieses Abenteuer heil überstanden zu haben.

 

Gegen 14 Uhr waren wir wieder an der Hütte, wo ein Kaffee wieder die müden und kalten Glieder aufwärmte. Etwa um 17 Uhr kamen wir zum Parkplatz. Bis um 21 Uhr dauerte dann die Heimfahrt. Den Gipfel hatten wir zwar nicht geschafft, doch alle waren wohl auf und gesund!

 

 

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